Am vergangenen Samstag rückte die Kreisfeuerwehrbereitschaft Uelzen Nord in den Lüchow-Dannenberger Westkreis zu einer groß angelegten Übung aus.
Da eine Kreisfeuerwehrbereitschaft ihren Kernauftrag in der überörtlichen Hilfe hat, sind Übungen in fremdem Gebiet für diese Einheiten besonders wichtig.
Die Kreisfeuerwehrbereitschaft Lüchow-Dannenberg hatte sich ein spannendes Übungsszenario ausgedacht, was auch die ein oder andere Überraschung beinhaltete:
In den vergangenen Tagen kam es im Landkreis Lüchow-Dannenberg durch die seit Wochen anhaltende Trockenheit zu einer Vielzahl von Vegetationsbränden.
Zahlreiche örtliche Feuerwehren sind seit Tagen mit der Brandbekämpfung beschäftigt.
In den frühen Morgenstunden des 26.09.2026 ist im Bereich der Waldfläche „Wietzeetzer Tannen“ ein weiterer Vegetationsbrand ausgebrochen.
Der Brand ist in südwestliche Richtung in den direkt grenzenden Wald gelaufen. Die so entstandenen Bodenfeuer drohten sich in Richtung eines Lagers für chemische Abfälle des Landkreises Lüchow–Dannenberg auszubreiten.
Um die örtlichen Einsatzkräfte zu entlasten, wurde frühzeitig die Kreisfeuerwehrbereitschaft Lüchow-Dannenberg mit zwei Zügen zur Brandbekämpfung eingesetzt.
Kradmelder erkundeten das Einsatzgebiet und mögliche Wasserentnahmestellen. Dabei stellten sie fest, dass der direkte Weg ins Schadensgebiet durch umgestürzte Bäume nicht passierbar war.
Der Aufbau einer Wasserförderungsstrecke war daher spontan nicht möglich, sodass initial ein Pendelverkehr zum Wassertransport mit Tanklöschfahrzeugen aufgebaut wurde.
Trotz aller Bemühungen konnte eine weitere Ausbreitung, insbesondere In Richtung Chemielager konnte nicht unterbunden werden.
Um den Grundschutz – vorrangig in der Samtgemeinde Lüchow (Wendland) und der angrenzenden Samtgemeinde Elbtalaue – nicht zu gefährden und das landkreiseigene Lager für chemische (z.T. brennbare) Abfälle zu schützen,
hat der Gemeindebrandmeister gemeinsam mit dem Kreisbrandmeister entschieden, eine Kreisfeuerwehrbereitschaft des Landkreises Uelzen im Rahmen der nachbarschaftlichen Löschhilfe anzufordern,
um die derzeit eingesetzten Kräfte aus dem Einsatz herauszulösen und den Einsatz mit Schwerpunkt Schutz Lager Maddau eigenständig abarbeiten zu lassen. Gegen 9:30 Uhr traf die Kreisfeuerwehrbereitschaft Uelzen Nord im Bereitstellungsraum am Sallahner Schützenplatz ein.
Zeitgleich traf die Einheitsführung aus Uelzen mit ihrem Einsatzleitwagen (ELW2) am Feuerwehrhaus in Kiefen ein, wo die Einsatzleitung ihren Standort hatte. Nachdem die Kräfte aus Uelzen ihre Einsatzbereitschaft gemeldet hatten, erfolgte eine Einweisung in die Lage durch den stv. Kreisbereitschaftsführer.
Nachdem die Kräfte aus Uelzen im Einsatzgebiet eintrafen, räumten sie mit Motorsägen die Zuwegung zum Chemielager frei und lösten die Lüchow-Dannenberger Kräfte aus dem Einsatz heraus.
Durch den Fachzug Wasserförderung aus Uelzen wurde sofort eine doppelte Wasserförderstrecken zum Chemielager hin aufgebaut, sodass eine konstante Löschwasserversorgung für eine Riegelstellung sichergestellt wurde.
Zeitgleich wurde in der Ortslage Maddau eine weitere Wasserentnahmestelle eingerichtet, von wo aus die Tanklöschfahrzeuge des Wassertransportzuges aus Uelzen weiteres Löschwasser ins Schadensgebiet brachten.
Die Brandausbreitung in Richtung Chemielager konnte so deutlich verlangsamt werden.
Als die Kräfte gerade erleichtert aufatmen wollten, frischte der Wind auf und drehte von Nordost auf Ost. Dieser Wind trieb das Feuer nun auf die Ortslage Maddau zu, welches dadurch an Dynamik zunahm.
Die Führung der Kreisfeuerwehrbereitschaft Uelzen reagierte sofort und ließ südöstlich von Maddau eine Riegelstellung errichten, um das Feuer vor der Ortschaft zum Stehen zu bringen. Das gelang schlussendlich auch, sodass es um 13:00 Uhr für alle Beteiligten Kräfte hieß: Übungsende – Rückbau.
Während über 100 Feuerwehrleute aus Lüchow-Dannenberg und Uelzen diese Lage abarbeiteten, bezog der Fachzug Logistik und Verpflegung seine Position am Feuerwehrhaus in Kiefen und bereitete die Verpflegung vor.
Zum Abschluss der Übung konnten sich alle Kräfte mit Krustenbraten und Kartoffelpüree stärken, bevor alle eingesetzten Kräfte nach einer Abschlussbesprechung wieder zu ihren Standorten zurückkehrten.
Insgesamt waren 50 Feuerwehrleute aus Lüchow-Dannenberg und rund 90 Einsatzkräfte aus dem Landkreis Uelzen an der Übung beteiligt.
Text und Bilder: Heiko Bieniußa, Kreisfeuerwehr Lüchow-Dannenberg, vielen Dank



