Die Kreisfeuerwehr Uelzen hat erstmals einen Lehrgang zum Erwerb des amtlichen Berechtigungsscheins zum Führen von Dienstbooten im Brand- und Katastrophenschutz durchgeführt. Insgesamt 18 Einsatzkräfte aus den Feuerwehren Bienenbüttel, Bad Bevensen, Bad Bodenteich und Uelzen sowie vom Landkreis Uelzen nahmen an der Ausbildung teil.
Hintergrund sind geänderte rechtliche Vorgaben für das Führen von Dienstbooten. Künftig ist für Dienstboote des Brand- und Katastrophenschutzes ein amtlicher Berechtigungsschein erforderlich, sofern keine höherwertige Befähigung vorliegt. Der Sportbootführerschein bleibt dabei eine wesentliche Voraussetzung, wird jedoch durch eine organisationsspezifische Ausbildung für den Einsatzdienst ergänzt.
Der erstmalige Lehrgang umfasste theoretische und praktische Ausbildungsanteile. Vermittelt wurden unter anderem Rechtsgrundlagen, Unfallverhütung und Arbeitsschutz, Gerätekunde, persönliche Schutzausrüstung sowie taktische Grundlagen für den Einsatz mit Dienstbooten. In der praktischen Ausbildung trainierten die Teilnehmenden das Slippen und Kranen der Boote, An- und Ablegemanöver, das Wenden auf engem Raum, Schleppmanöver, das Vorgehen bei Motorausfall sowie die Rettung von Menschen und Tieren.
Die praktische Stationsausbildung fand an der Feuerwehrtechnischen Zentrale Uelzen sowie im Bereich des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes statt. Dabei wurden die Einsatzkräfte an den vorhandenen Booten und der örtlichen Ausstattung ausgebildet. Das entspricht dem Ansatz der landesweiten Handlungsempfehlung, nach der die standortbezogene Ausbildung mit dem jeweiligen Dienstboot und im eigenen Einsatzgebiet erfolgen soll.
Geleitet wurde der Lehrgang von Tobias Schneider, der im Frühjahr zum Leiter der Fachgruppe Wassergefahren ernannt wurde. Als Ausbilder wirkten Einsatzkräfte aus den Feuerwehren Uelzen, Ebstorf und Bad Bodenteich mit.
Die neuen Anforderungen erhöhen den Aus- und Fortbildungsaufwand für die ehrenamtlichen Einsatzkräfte erheblich. Neben dem Erwerb des Sportbootführerscheins sieht die Handlungsempfehlung eine weiterführende Ausbildung mit einem Umfang von insgesamt 16 Unterrichtsstunden sowie eine jährlich zu wiederholende Fortbildung von acht Unterrichtsstunden vor.
Die Kreisfeuerwehr Uelzen bietet in enger Abstimmung mit dem Landkreis Uelzen die Bootsausbildung bereits seit mehreren Jahren zentral an und wird dieses Angebot auch künftig in Zusammenarbeit mit der DLRG und dem Technischen Hilfswerk fortführen. Ein weiterer Lehrgang zum Erwerb des amtlichen Berechtigungsscheins ist für das Frühjahr 2027 geplant.



