Großaufgebot von Feuerwehren, Rettungsdienst und Polizei bei Personensuche am Elbe-Seitenkanal

Tom Reher (Feuerwehr-Pressesprecher Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf)

Schiffsverkehr kommt zum Erliegen – Leiche am Montagmorgen geborgen

Bad Bevensen (ffpr). Der 87-jährige Rentner aus Bad Bevensen, nach dem am vergangenen Freitag fieberhaft im Bereich des Elbe-Seitenkanals gesucht wurde, ist tot. Gestern früh (25.07.2016) um 6:30 Uhr fand man seinen lebloser Körper auf der Wasseroberfläche in Höhe der Brücke „Römstedter Straße“ treibend. Erneut wurde die Freiwillige Feuerwehr der Kurstadt alarmiert, um die Leiche zu bergen. Laut Aussage der Polizei ist von einem Suizid auszugehen.

Mit einem Großaufgebot hatten sich die Feuerwehren Bad Bevensen, Bienenbüttel, Uelzen und Lüneburg zusammen mit dem Rettungsdienst am Freitag ab 11:10 Uhr bei der Suche nach dem Senior beteiligt. Der ältere Mann war am Morgen von zuhause aufgebrochen und im Laufe der Vormittagsstunden von Angehörigen bei der Bevenser Polizei als vermisst angezeigt worden. Hinweisen des Kriminal- und Ermittlungsdienstes Uelzen zufolge konzentrierte sich die Suche auf den Bereich des Kanals. In Höhe der Brücke nach Secklendorf (Landesstraße L232) positionierte sich die Einsatzleitung.

Hier standen ein Rettungswagen nebst Leitender Notärztin sowie der Organisatorische Leiter von der DRK-Bereitschaft Uelzen in Bereitstellung. Auch der Rettungshubschrauber Christoph 19 aus Uelzen kreiste anfangs über dem Kanal, bis er zu einem anderen Notfalleinsatz beidrehen musste. Insgesamt fünf Rettungsboote befanden sich zunächst im Einsatz. Während die Bevenser Feuerwehrleute ihr Boot vor Ort zu Wasser ließen, kamen drei Boote der Feuerwehr Uelzen (Stadt und Landkreis) von Klein Bünstorf und das Boot der Feuerwehr Bienenbüttel von Hohnstorf aus hinzu. Somit konnten rund 20 Kilometer des Elbe-Seitenkanals zwischen Emmendorf und Wulfstorf vom Wasser aus abgesucht werden. In Höhe der Kurstadt starteten landseitig weitere Suchtrupps der Feuerwehr zu Fuß und per Fahrzeuge, um die Uferbereiche und anliegende Waldstücke zu durchkämmen.

Auch der Schiffsverkehr war von der Suchaktion betroffen. Denn: Kurz nach 12:00 Uhr wurde der Kanal durch einen Vertreter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Uelzen für die Rettungsmaßnahmen für rund acht Stunden gesperrt. Die Schiffe kamen in den Liegestellen bei Wulfstorf und Bad Bevensen zum Halten. Weitere Verbände wurden später schon in Uelzen und Lüneburg gestoppt.

Nachdem die Feuerwehren aus Bienenbüttel und Uelzen mittags aus dem Einsatz entlassen werden konnten, forderte die Einsatzleitung noch ein Boot der Feuerwehr Lüneburg  mit Sonartechnik (so genanntes Fishfinder) an, das per Drehleiter im Bereich der Brücke der L232 zu Wasser gelassen wurde. Am Abend kam hier aufgrund von Auffälligkeiten schließlich auch eine Tauchergruppe der Feuerwehr aus Lüneburg hinzu, die die Fahrrinne des Kanals absuchte. Ohne Erfolg, sodass die Suchaktion an dem Tag um 20:30 Uhr zunächst ergebnislos abgebrochen wurde.

Mehr als 80 Kräfte der Feuerwehren, des Rettungsdienstes und der Polizei waren bei der Suche nach dem Mann im Einsatz. Die Angehörigen des Vermissten wurden durch das DRK, die Notfallseelsorge des Kirchenkreises sowie eine Mitarbeiterin des Landkreises betreut. Die Freiwillige Feuerwehr Bad Bevensen wurde zudem noch während der Suchaktion am Freitag in den Nachmittagsstunden zum Fehlalarm durch die Brandmeldeanlage eines Hotels im Lerchenweg abgerufen.