Bevenser retteten 17 Menschen aus brennenden Häusern

Bericht von Andreas König, Fotos: Andreas König, Jahreshauptversammlung der OrtsW Bad Bevensen am 16. Januar.2015

Bad Bevensen. Es war ein turbulentes erstes Jahr, berichtete der neue Ortsbrandmeister der Schwerpunktfeuerwehr Bad Bevensen Matthias Wedel bei der Jahreshauptversammlung am verganenen Freitag, den 16. Januar 2015. Mit seinem Jahresrückblick schaute der neue Wehrchef auf ein ereignisreiches Jahr zurück. Insgesamt 125-mal wurde die Schwerpunktfeuerwehr Bad Bevensen im Jahr 2014 alarmiert. Es gab viele Einsätze im Bereich der technischen Hilfeleistung, darunter auch wieder mehrere Verkehrsunfälle mit eingeklemmten Personen. Es brannte insgesamt 24-mal in und um Bad Bevensen. Bei diversen Wohnungsbränden konnte man schlimmeres verhindern. Besonders schwerwiegend waren aber gleich mehrere Brände in Mehrfamilienhäusern. Beim eintreffen der Feuerwehr waren die rettenden Treppenhäuser bereits immer stark verqualmt und viele Bewohner standen hilferufend an den Fenstern. Der Brandrauch hatte ihnen den Fluchtweg versperrt und sie konnten das brennende Gebäude nicht mehr verlassen. Teilweise gelang es den Bewohnern der Erdgeschosswohnungen sich selber in Sicherheit zu bringen. Bewohner der höher gelegenen Wohnungen saßen jedoch in der Falle. Die Feuerwehr Bad Bevensen konnte bei mehreren Bränden insgesamt 17 Personen über Leitern oder mit Fluchthauben aus brennenden Gebäuden retten. Eine Bewohnerin konnte leider nur noch Tod geborgen werden. Wie sich später aber rausstellte war die Frau aufgrund einer Familientragödie bereits vor dem Ausbruch des vorsätzlich gelegten Feuers verstorben. Ein Feuerwehrmann wurde bei diesem Einsatz leicht verletzt.

Es gab auch viele spektakuläre Einsätze, glücklicherweise ohne Personenschäden. Besonders in Erinnerung blieben das Feuer in der Biogasanlage Nassennottorf und die Schiffshavarie auf dem Elbe-Seitenkanal. Beides langwierige und personalintensive Einsätze. Der Einsatz bei der Schiffskollision zog sich sogar über 28 Stunden hin. Aber auch überörtlich wurde man mehrfach tätig. Bei den Großbränden in der Zuckerfabrik und dem Mineralölhandel Uelzen, unterstützte man die Uelzener Brandschützer tatkräftig.

Dank einer guten und soliden Ausbildung konnte man alle Einsätze fachmännisch und sicher abarbeiten.

Wedel freut sich über die vielen Einsatzkräfte, die im Rahmen der Doppelmitgliedschaft die Schwerpunktfeuerwehr Bad Bevensen unterstützen und möchte sie nicht mehr missen. Die Möglichkeit der Doppelmitgliedschaft bringt viele Vorteile mit sich. Zum einen stehen mehr Einsatzkräfte, insbesondere im Tagesbereich, zur Verfügung. Zum anderen nehmen die Doppelmitglieder auch was mit in ihre Ortsfeuerwehr. Nämlich Fachwissen und Erfahrung aus Ausbildungsdiensten und Einsätzen. Alle Seiten profitieren von dieser Möglichkeit und lässt die Feuerwehren noch mehr miteinander verschmelzen. Je besser das Zusammenspiel der Einsatzkräfte unterschiedlicher Wehren funktioniert, umso besser und effektiver kann man Hilfe leisten und Menschenleben retten, so Wedel.

Genau darauf zielt auch die einheitliche Ausbildung auf Samtgemeindeebene ab. So werden zum Beispiel alle Atemschutzgeräteträger der gesamten Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf nach einer Standardeinsatzregel ausgebildet. Im Einsatzfall muss man sich unter Nullsicht im wahrsten Sinne des Wortes blind verstehen können. Bei Verkehrsunfällen hat man sich auf ein einheitliches Rettungskonzept festgelegt. Hierbei werden In bestimmter Reihenfolge unterschiedliche Arbeitsschritte bis zum eintreffen vom hydraulischen Rettungsgerät abgearbeitet. Viele notwendige und vorbereitende Maßnahmen sind vor dem Einsatz von Schere und Spreizer dann bereits erledigt und der Verunfallte kann schneller dem Rettungsdienst übergeben werden.

Die Kommunikations-Gruppe der Feuerwehr Bad Bevensen setzt sich auch aus Mitgliedern unterschiedlicher Feuerwehren zusammen. Speziell geschult besetzen sie im Einsatzfall das Einsatzleitfahrzeug der Feuerwehr Bad Bevensen, nutzen die umfangreichen technischen Möglichkeiten und unterstützen den Einsatzleiter bei der Abarbeitung der Lage. Dabei handelt es sich mittlerweile um ein eingespieltes Team mit einer Menge Einsatzerfahrung.

Premiere im Sommer. Am 07.06.2014 fand im und am Feuerwehrhaus Bad Bevensen die Gründungsveranstaltung der Kinderfeuerwehr statt. Viele Gäste und Besucher ließen sich dieses wirklich schöne Ereignis nicht entgehen. Mit Gabriele Beckedorf und Stefanie Heilmann wagte man diesen Schritt. Unterstützung fanden sie noch durch Sandra Jahnke, die jeden Dienst helfend begleitet. Spielerisch werden viele Themen behandelt, so auch die Brandschutzerziehung und wie man richtig einen Notruf absetzt. Aus anfänglich 6 Kindern sind mittlerweile 19 geworden, freut sich Wedel. An dieser Stelle gibt er dem stellv. Gemeindebrandmeister Carsten Mente und der Verwaltung noch den Hinweis, dass die Entschädigungssatzung im Bereich der Kinder- und Jugendfeuerwehr noch angepasst werden muss. Schließlich ist das die Zukunft der Feuerwehr. Die Zahlen zeigen es: Im zurückliegenden Jahr gab es sechs Übertritte von der Jugendfeuerwehr zu den Aktiven.

Dank des Fördervereins konnten in 2014 auch wieder viele Anschaffungen getätigt werden. Im Bereich der persönlichen Schutzausrüstung beispielweise, konnte man bessere Einsatzstiefel beschaffen. Aber auch im technischen Bereich konnte die Schlagkraft der Wehr wieder verbessert werden. Eine neue Einsatzstellenausleuchtung auf LED-Basis bringt extrem viel Licht ins Dunkel. Natürlich wurde auch die Kinderfeuerwehr unterstützt.

Ausblick:

Man freut sich auf das neue TLF4000, welches mit über 5.500 Litern Wasser und 500 Litern Schaummittel neue Maßstäbe setzt. Das Fahrzeug wird im Juni auf der internationalen Feuerwehrmesse, der Interschutz zu sehen sein. Auf dem Messestand der Firma MAN wird das Fahrzeug mit Sicherheit viele Blicke auf sich ziehen.

Geehrte, Beförderte, Gewählte und Gäste

Wahlen:

Neuer Kassenprüfer für 2 Jahre ist Christian Hinrichs.

Der Kassenwart Jürgen Probst, der Gerätewart Olaf Twellhegen und der 1. Atemschutzgerätewart Holger Krützfeldt wurden einstimmig für 3 Jahre wiedergewählt.

Berufungen:

Matthias Brust wird für die Dauer von 3 Jahren zum Jugendfeuerwehrwart berufen, Björn Jüncke ebenfalls für 3 Jahre zum Stellvertreter.

Gabriele Beckedorf wird für die Dauer von 3 Jahren zur Kinderfeuerwehrwartin berufen, Stefanie Heilmann ebenfalls für 3 Jahre zur Stellvertreterin.

Aufgrund von Wahlen der aktiven Gruppen erfolgten weitere Berufungen: Michael Hinz zum Gruppenführer der 1. Gruppe, zum Stellvertreter Holger Krützfeldt. Tatjana Rüger zur stellv. Gruppenführerin der 2. Gruppe. Philip Frank Raake zum Gruppenführer der 3. Gruppe, zum Stellvertreter Hans-Jürgen Tusch

Ehrungen:

Die Hochwasser-Medaille 2013 des Landes Niedersachsen erhielten Jörg Feldmann, Detlef Schulz, Bernd Krause, Olaf Lange und Dominik Nickel.

Christian König wurde mit der Ehrennadel der Feuerwehr-Unfallkasse für seine 9-jährige Tätigkeit als Sicherheitsbeauftragter ausgezeichnet.

Kurt Köpping wurde das Ehrenzeichen des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen für 40 Jahre aktiven Dienst in der Feuerwehr verliehen.

Hansjörg Jüncke wurde das Ehrenzeichen des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen für 60 jährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr verliehen.

 

Beförderungen:

Gabriele Beckedorf und Jasmin Pautz wurden zur Feuerwehrfrau ernannt. Steven Schummer, Tristan Eike Schyboll, Mirco Stawicki, Marcel Weiß, Philipp Bethke und Stefan Rarisch wurden zum Feuerwehrmann ernannt.

Axel Degenkolbe wurde zum Oberfeuerwehrmann befördert. Kai Kudraß und Marc Tusch wurden zum Hauptfeuerwehrmann befördert. Claudia Rühmann wurde zur Ersten Hauptfeuerwehrfrau, Christian König zum Ersten Hauptfeuerwehrmann befördert.

Matthias Brust und Holger Krützfeldt wurden zum Löschmeister befördert. Michael Hinz wurde zum Oberlöschmeister befördert. Der Zugführer Andreas König wurde zum Brandmeister befördert. Ortsbrandmeister Matthias Wedel zum Hauptbrandmeister.