Andreas Dreyer (OrtsBM Suhlendorf), Udo Hoffmann (OrtsBM Ellenberg), Andreas Ebert (stellv. OrtsBM Ellenberg), Gerhard Schulze (stellv. GemBM SG Rosche)

Die Löschgruppe Ellenberg formiert sich

Text und Bild: Jörg-Michael Eggers, Feuerwehrpressewart der Samtgemeinde Rosche

Gr. Ellenberg. Die letzte Generalversammlung der Feuerwehr Ellenberg zu leiten, fiel Ortsbrandmeister Udo Hoffmann sichtlich schwer. Zur bisherigen Berichterstattung „Ellenberg: Die nächste Wehr gibt auf“ sagte er: „Dem möchte ich hier vehement wiedersprechen: Wir wollen nicht aufgeben und werden auch nicht aufgeben. Wir verändern uns lediglich.“
Aber bevor es zur angekündigten Veränderung kam, hielt er seinen Jahresbericht ab. Im abgelaufenen Jahr gab es 8 Alarmierungen, davon 5 Fehlalarme durch Brandmeldeanlagen. Auch hier war der Tischlereibrand in Suhlendorf das Ereignis des Jahres. Es wurden diverse Ausbildungsdienste, Gruppendienste sowie Übungen durchgeführt, an der Zugübung sowie an den Gruppenführerfortbildungen auf Zugebene teilgenommen. Die Wettkampfgruppe nam an den Gemeindewettbewerben unter erschwerten Bedingungen teil: Während der Übung ergoss sich ein Sturzregen auf die Ellenberger.
Nach den Berichten wurde es ernst.

Ortsbrandmeister Udo Hoffmann
Ortsbrandmeister Udo Hoffmann

Hoffmann erläuterte, wie es zu der nun zu treffenden Entscheidung, die Eigenständigkeit aufzugeben kam. In den letzten Jahren sind viele Kameraden aus dem aktiven Dienst ausgeschieden, teils aus beruflichen, als auch aus gesundheitlichen Gründen. Es war eine starke Abnahme an Personal. Und die Ellenberger haben nicht die Möglichkeit, das aufzufangen. Es wurde viel überlegt es gab gemeinsame Gespräche, auch eine Dienstversammlung beschäftigte sich mit dem Thema. Dabei kam auch der Vorschlag mit der Löschgruppe, der dann aufgegriffen und letztendlich umgesetzt wurde. Es wird in Zukunft eine eigenständige Löschgruppe Ellenberg in der FFw Suhlendorf geben. Auch in anderen Wehren finden Überlegungen statt. Hier erwähnt Hoffmann die Wehren des Zuges Nordwest in der Samtgemeinde, die den Bau eines gemeinsamen Feuerwehrgerätehauses planen. Und er verweist auf andere Samtgemeinden im Landkreis, wo solche Entscheidungen vom Dienstherren vorgegeben werden.
Andreas Dreyer, Ortsbrandmeister der Feuerwehr Suhlendorf und Zugführer des Zuges Süd betonte, „dass die Entscheidung, über 100 Jahre Feuerwehrgeschichte in Ellenberg in fremde Hände zu legen, doch eine harte Nuss ist.“ Als Zugführer des Zuges Süd lobt er die Zusammenarbeit der Feuerwehren als vorbildlich und stellt fest, „dass wir nicht auf die Feuerwehrkameraden in den Ortsteilen verzichten können.“ Das zeigte eindrucksvoll der Einsatz bei der Tischlerei Henkmann, bei dem auch die Ellenberger Kameraden eingesetzt waren. Er unterstützt die Entscheidung der Ellenberger, als eigenständige Löschgruppe weiterhin bestehen zu bleiben und heißt alle Ellenberger Kameraden in der Feuerwehr Suhlendorf herzlich willkommen.
Nun mussten sich die Ellenberger entscheiden. Und sie entschieden sich. Für eine Löschgruppe Ellenberg. Unter der Führung der Freiwilligen Feuerwehr Suhlendorf.
Bei aller Wehmut freute Udo Hoffmann sich über diese Entscheidung, die zeigt, dass die Ellenberger weiterhin aktiven Feuerwehrdienst für ihre Ortschaften leisten wollen. Er bedankte sich noch einmal ausdrücklich für alle bisher geleisteten Dienste und ist zuversichtlich, dass die Ellenberger die richtige Entscheidung getroffen haben.
Samtgemeindebürgermeister Herbert Rätzmann bedankte sich für die Art und Weise, wie die Ellenberger dieses Thema abgearbeitet haben. Er betonte ausdrücklich, dass alle Feuerwehrkameraden vor Ort benötigt werden und freut sich über die Bereitschaft der Ellenberger, auch unter einer neuen Führung weiter aktiven Dienst zu leisten. Seitens der Samtgemeinde steht dem Weiterbestehen als Löschgruppe Ellenberg mit den vorhandenen Fahrzeug und Gerät nichts im Wege. Solange Feuerwehrausrüstung benötigt wird, bleibt diese auch dort, wo sie gebraucht wird, so Rätzmann. „Wir werden zukünftig in vielen Ortswehren Änderungen erfahren. Wenn es so harmonisch läuft, wie in Ellenberg, dann freut es mich ganz besonders“.
Der stellv. Gemeindebrandmeister Gerhard Schulze sagte: „Ich bin traurig. Aber als Wehrführer ist man machtlos, wenn Feuerwehrkameraden wegbleiben.“ Vor diesem Hintergrund entschied man sich schon vor Jahren in der Samtgemeinde zur Zugbildung. Und das war richtig. Im Zug Nordwest ist die Zusammenarbeit mittlerweile so groß, dass sich die Idee des gemeinsamen Gerätehauses in Stöcken derzeit in der Umsetzungsphase befindet. „Ihr seit jetzt ein Vorreiter dieser Entwicklung“, rief Schulze den Ellenbergern zu und machte den Kameraden Mut, die Zukunft erfolgreich zu gestalten.

Bild oben: Andreas Dreyer (OrtsBM Suhlendorf), Udo Hoffmann (OrtsBM Ellenberg), Andreas Ebert (stellv. OrtsBM Ellenberg), Gerhard Schulze (stellv. GemBM SG Rosche)