Schreck in den Abendstunden: Küchenbrand schlägt auf Dachgeschoss über

Text: Tom Reher / Pressesprecher Feuerwehr Klosterflecken Ebstorf, Fotos: Philipp Schulze / Pressesprecher Feuerwehren Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf

Bad Bevensen (fpr). „Als die ersten unserer Einsatzkräfte vor Ort ankamen, schlugen die Flammen bereits aus dem Küchenfenster auf das Dach und die Dachgeschosswohnung über“, schilderte Ortsbrandmeister Matthias Wedel, der auch die Gesamteinsatzleitung hatte die Lage. Es war gegen 21:40 Uhr, als die Freiwillige Feuerwehr aus Bad Bevensen zu einem ausgedehnten Küchenbrand in die Sasendorfer Straße alarmiert wurde. Schnell war klar, dass das Feuer nicht allein mit den eigenen Kräften zu bewerkstelligen war. Also forderte Wedel die Nachbarwehren aus Seedorf, Jelmstorf und Barum hinzu – insbesondere mit Atemschutzgeräteträgern.

Mehr als 70 Feuerwehrleute, dazu Rettungsdienstkräfte und die Polizei waren schließlich am gestrigen Spätabend (6. August 2017) bis in die Nacht in der Kurstadt im Einsatz. Ob ein Wäschetrockner die Ursache für das Feuer ist, müssen die Brandermittlungen der Kriminalpolizei ergeben. Die Mieter der Erdgeschosswohnung, ein junges Pärchen, hatten jedenfalls noch einen lauten Knall gehört, bevor sie sich mit anderen Bewohnern vor den Flammen und dem beißenden Qualm noch rechtzeitig ins Freie retten konnten. Auch aus dem benachbarten Gebäude flüchteten die Menschen, darunter zwei Familien mit kleinen Kindern, sodass am Ende zum Glück keine verletzten Personen zu beklagen waren.

Foto © Philipp Schulze / Pressesprecher Feuerwehr

Zwei Katzen aus der betroffenen Wohnung allerdings überlebten das Feuer leider nicht; und das trotz Wiederbelebungsversuchen eines der Tiere durch den Rettungsdienst. Dieser war zunächst mit einer Rettungswagenbesatzung des DRK-Rettungsdienstes vor Ort. Später löste der organisatorische Leiter des Rettungsdienstes, Michael von Geyso, diese aus dem Einsatz heraus, damit sie für andere Notfalleinsätze zur Verfügung stehen konnten. Die weitergehende Betreuung übernahmen zwei Rettungs- und zwei Krankentransportwagen der DRK-Bereitschaft, die zeitgleich alarmiert worden waren und auch für die Feuerwehrleute des Einsatzes in Bereitstellung standen.

Die Feuerwehrleute indes löschten den Brand mit zwei Rohren von innen und von außen. Sie konnten verhindern, dass sich das Feuer auf die Dachgeschosswohnung ausbreitete. Gegen 22:30 Uhr war das Feuer bereits weitgehend unter Kontrolle. Allerdings flammten immer wieder Glutnester in der Zwischendecke auf. Vorsorglich hatte der Einsatzleiter die Drehleiter in Stellung bringen lassen, um einige Dachziegel aufzunehmen. Die Hohlräume wurden mit Hilfe einer Wärmebildkamera überprüft. So zogen sich die Nachlösch- und Aufräumungsarbeiten bis kurz vor Mitternacht hin.

Die Gaszufuhr hatten die Bewohner noch geistesgegenwärtig abgestellt und damit Schlimmeres verhindert. Mittels Druckbelüftern und durch natürliche Lüftung verzog sich nach und nach der Qualm. Trotzdem mussten mindestens zwei der Wohnungen zunächst für unbewohnbar erklärt werden. Hier durften die Mieter noch einmal ihre Habseligkeiten zusammen suchen, bevor sich Angehörige und auch die Samtgemeinde um eine vorübergehende Unterkunft bemühten. Im Nachbarhaus konnten die Familien wieder in ihre Wohnungen zurückkehren.

Foto © Philipp Schulze / Pressesprecher Feuerwehr

Mit insgesamt elf Fahrzeugen waren die Feuerwehren am Einsatzort. Während der Löscharbeiten mussten die Sasendorfer Straße und weitere Seitenstraßen gesperrt werden. Anwohner, die durch das nächtliche Feuer in dem Wohngebiet aufgeschreckt waren und zusammengelaufen kamen, kümmerten sich einfühlsam um die Betroffenen. Die Höhe des Sachschadens stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest.